
Die Blüte der Güte
male vocals

Die Blüte der Güte
male vocals
Lyrics
Die Blüte der Güte
In den Gärten der Seele, wo Lächeln sprießen,
Sät man Freundlichkeit, um Herzen zu erschließen.
Doch Vorsicht, Gärtner, mit deiner zarten Hand,
Denn manch ein Keim birgt ungeahnten Brand.
Oh, du Sämann der Sanftmut, du Pflüger der Gnade,
Deine Saat mag keimen auf verschlungene Pfade.
Wird sie zur Rose oder zum wuchernden Kraut?
Die Zeit allein weiß, was sich daraus erbaut.
Ein Lächeln hier, ein freundlich' Wort dort drüben,
Du streust sie aus, als wär's ein Kinderspiel.
Doch sieh nur zu, wie sich die Schatten schieben,
Und mancher Schmeichler überschreitet still das Ziel.
Die Güte, einst ein Schild, wird nun zur Blöße,
Der Höfliche wird plötzlich zum Tyrannen.
Was gestern noch bescheiden, wächst zur Größe,
Und Grenzen schwinden wie zerfloss'ne Tannen.
Oh, du Sämann der Sanftmut, du Pflüger der Gnade,
Deine Saat mag keimen auf verschlungene Pfade.
Wird sie zur Rose oder zum wuchernden Kraut?
Die Zeit allein weiß, was sich daraus erbaut.
Der Schmeichler tanzt auf deiner Güte Saiten,
Als wär' dein Herz ein wohlgestimmtes Cello.
Er spielt die Melodie von besseren Zeiten,
Doch klingt sie falsch, ein dissonantes Trällern.
Du gabst ihm Wasser, er nahm gleich den Brunnen,
Du botst die Hand, er griff dir an die Kehle.
Die Freundlichkeit, einst klar wie Bergesrunnen,
Wird trüb und bitter in des Undanks Seele.
Oh, du Sämann der Sanftmut, du Pflüger der Gnade,
Deine Saat mag keimen auf verschlungene Pfade.
Wird sie zur Rose oder zum wuchernden Kraut?
Die Zeit allein weiß, was sich daraus erbaut.
Doch halt! Verdamme nicht die Güte gänzlich,
Denn manch ein Samen fällt auf fruchtbar' Erde.
Wo Herzen offen sind und Geister empfänglich,
Da wächst ein Wald, wo einst nur Wüste wär'.
So tanze weiter auf dem Seil der Milde,
Balanciere klug zwischen Vertrau'n und Zweifel.
Sei Gärtner, Künstler, Former am Gebilde
Der Menschlichkeit - trotz all der inn'ren Teufel.
Oh, du Sämann der Sanftmut, du Pflüger der Gnade,
Deine Saat wird keimen auf verschlung'nen Pfaden.
Ob Rose oder Kraut, ob Segen oder Fluch,
Du schreibst mit jedem Samen ein neues Buch.
So pflanze weiter, lass dein Herz nicht härten,
Denn in der Güte Garten, da wachsen Wunder.
Und selbst wenn Unkraut sprießt in deinen Beeten,
Die Hoffnung blüht stets neu - ein ew'ger Zunder.
