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Gott der Fäulnis

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Kasane·5:33

Lyrics

Er erwacht im feuchten Schoß der Erde

wo Würmer beten und Maden psalmodieren

sein Atem ist warm und süß wie verfaultes Fleisch

und die Gräber öffnen sich wie hungrige Münder

Gott der Fäulnis – er segnet mit schwarzem Segen

jede Berührung lässt die Haut aufplatzen wie überreife Frucht

wo er geht, wächst Schimmel in heiligen Mustern

und die Lebenden knien nieder, weil Stehen zu schmerzhaft wird

Gott der Fäulnis – er ist gnädig, er ist langsam

er nimmt uns nicht plötzlich, er lässt uns reifen

in seinem Reich gibt es kein Sterben, nur ewiges Weichwerden

bis wir endlich eins mit ihm sind – warm, nass, vollkommen

Instrumental

Seine Priester tragen Gewänder aus abgelöster Haut

ihre Augen sind weiße Pilze, die langsam wachsen

sie singen mit Stimmen, die in der Kehle gurgeln

und segnen die Gläubigen mit Händen aus faulendem Fleisch

Die Kirchen sind zu Kathedralen aus Schimmel geworden

Kreuze hängen schief, bedeckt mit dickem, schwarzem Moos

die Heiligenbilder lächeln mit aufgeplatzten Lippen

und flüstern: „Kommt näher… lasst euch verwesen.“

Gott der Fäulnis – er braucht keine Flammen

er braucht nur Zeit und Feuchtigkeit

unter seiner Zunge wird alles weich

und alles Weiche wird heilig

Er legt seine Hand auf meine Brust

die Haut löst sich sofort, darunter glänzt es feucht

er lächelt mit tausend kleinen Mäulern

und sagt: „Du bist fast reif, mein Kind.“

Kein Himmel mehr, nur ein Dach aus pulsierendem Fleisch

kein Licht mehr, nur das sanfte Glühen von Verwesung

wir liegen in seinem Schoß, warm und geborgen

und warten, bis auch der letzte Rest von uns zerfällt

Instrumental

Er braucht keine Opfer aus Gold oder Weihrauch

nur warmes, lebendiges Fleisch, das langsam weich wird

jede Seele, die ihm gegeben wird, wird zu schwarzem Humus

aus dem neue, schönere Verwesung wächst

Seine Segnung ist ein warmer, nasser Kuss

der sich von innen nach außen frisst

wer ihn einmal spürt, will nie wieder heil sein

denn Heilsein ist die einzige wahre Sünde

Am Ende wird alles still und feucht und warm

kein Licht mehr, kein Schmerz mehr, nur sanftes Verrotten

der Gott der Fäulnis sitzt inmitten seines Werks

und streichelt mit weichen, schwarzen Fingern über das, was einmal Welt war

Instrumental

Gott der Fäulnis – er segnet mit schwarzem Segen

jede Berührung lässt die Haut aufplatzen wie überreife Frucht

wo er geht, wächst Schimmel in heiligen Mustern

und die Lebenden knien nieder, weil Stehen zu schmerzhaft wird

Gott der Fäulnis – er ist gnädig, er ist langsam

er nimmt uns nicht plötzlich, er lässt uns reifen

in seinem Reich gibt es kein Sterben, nur ewiges Weichwerden

und wir alle werden sein Leib – süß, faulig, ewig.

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