
U461 — Ballade der Tiefen
Ballade, Männerchor, Streichquartett, Nebelhorn Blechbläser,

U461 — Ballade der Tiefen
Ballade, Männerchor, Streichquartett, Nebelhorn Blechbläser,
Lyrics
( leise Streicher, entferntes Meeresrauschen, ein Nebelhorn setzt ein)
(gesprochen, tief)
„Wer in die Mulde blickt, hört Flüstern alter Schiffe;
wer in die Tiefe lauscht, dem antwortet Zeit in Bissen.“
Strophe 1
Aus Stahl geboren, in der Dämmerung geschmiedet,
ein Schatten, der das Grimmen tief im Wasser bietet.
Gebunden an die Pflicht, mit kaltem Kiel voran,
die See verschleiert Namen, doch das Werk ist ewig dran.
Strophe 2
Die Lampen glimmen matt im engen, kochenden Raum,
Gesichter hart wie Felsen, Augen stumpf wie ein Traum.
Raketen ruhten still, gebettet in dem Laib,
die Welt schlief weit und ahnungslos — und doch war alles heiß.
(Orchester: Crescendo, tiefe Blechbläser)
Refrain (choral, breit getragen)
U vier sechs eins, du Nacht aus Stahl,
dein Herz im Ozean, ein ferner, finstrer Saal.
Du trugst die Macht, du trugst die Last,
ein dunkles Lied, das keiner ganz vergaas.
Strophe 3
Die Tiefe war ein Tempel, die Stille war Gesetz,
die Wellen sangen Psalmen hinter dunklem Schiffsgewand.
Und jeder Atemzug war ein Schwur, ein leiser Eid,
dass Pflicht die Uhr bestimmt — im kalten Sternenleid.
Strophe 4
Es flackern Funksprüche, ein Echo, das verblasst,
Gesichter in der Ferne, die Erinnerung umfasst.
Die Zeit verwebt die Tage, die Kompasse verstehn,
dass Menschenhand und Stahl sich nicht im Schicksal sehn.
(Bridge: Solo-Sopran über weichen Geigen, dann Männerchor setzt ein)
Wer zählte all die Nächte, die in deinem Bauch vergingen?
Wer schrieb die Namen nieder, die in deinen Kesseln singen?
Die Tiefe nahm und gab — kein Ruhm, kein lauter Preis,
nur kaltes Meer und Blech, nur endloses Geleis.
(Orchester: kurzer stiller Moment, dann wieder volles Spiel)
Refrain (wieder, noch größer)
U vier sechs eins, du Nacht aus Stahl,
dein Herz im Ozean, ein ferner, finstrer Saal.
Du trugst die Macht, du trugst die Last,
ein dunkles Lied, das keiner ganz vergas.
(leise, getragen)
Nun ruht dein Rumpf am Pier, von Möwen leis umschwärmt,
das Wasser hat die Narben, die einst der Krieg verzehrt.
Doch wer vorübergeht und lauscht, wird Zeuge eines Tons:
Ein Rufen aus den Tiefen bleibt — Erinnerung in Bronze.
(Schlussakkord: langsamer Ausklang, Chor haucht die letzte Zeile a cappella, sehr langsam)
U 4 6 1 — du trägst die Nacht, bis Stern und Küste wacht.
