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Tiefsee-Büro

math, vaporwave bossa nova, lo-fi jazz fusion with glitch, nostalgic muzak meets chiptune, melancholic elevator music, analog summing with Dangerous 2-Bus+

imaesan K·4:14

Lyrics

Im Gesicht meines Chefs klebt „Es tut mir leid“ —

eine Komödie, unscharf, viel zu weit.

In den Koffer gestopft: „Familienglück“ —

ein heißes Stück Theater, Fieber im Blick.

„Sorry“ auf der Zunge, ich schluck’s mit kaltem Kaffee,

und stanze mir ein Alibi in Stahl — damit es keiner je bricht, okay.

Der ICE trägt Schweiß und Seufzer: Reste vom „richtigen Fest“,

ich tauch allein ins Winterbüro — Tiefsee, zu viel Sauerstoff, zu still, zu best.

Kein Mitleid — das ist nur Kosmetik auf ’nem Riss im Glas.

Eure Güte trifft daneben — und ich zahl dafür nicht den Preis.

Ich bin kein toter Fisch,

ich bin ’ne Strategin — Schloss nach innen, Schlüssel in der Tasche, leis.

Dieser Tisch ist mein Shelter,

ein Heiligtum, wo Stille billig ist und trotzdem heilig bleibt.

Ich werf den abgegriffnen „Urlaub“ weg wie Altpapier,

und klau mir transparente Stunden, bis die Zeit an mir vorbeischreibt.

Und wenn die Stechuhr klickt — das ist mein Siegeslied:

geflohen aus dem Frontgebiet, das „Zuhause“ heißt, und doch nur Pflichtgebiet.

Im Wohnzimmer liegt Luft wie ein Nadelbett aus Erwartung, ohne Flucht.

Blicke tasten meine linke Hand ab,

Lippen pressen alte Zeilen — Drehbuch, Pflicht und Zucht.

„Geld im Umschlag“: eine Steuer des Schweigens, um Frieden zu kaufen,

Emotionsarbeit: Enttäuschung auf dem Rücken der Eltern nicht laufen lassen, nicht saufen.

Weil ich ’nen Ort zum Zurückgeh’n hab, will ich nicht zurück — wie ironisch, wie wahr.

Diese Logik bewach ich mit Arbeit als Schild: „Ich kann nicht.“ „Ich muss.“ „Ich war.“

Kein Telefon, kein Chef,

dieses leise Bonus-Level — gratis, sauber, klar.

Je mehr die Stadt feiert, desto schärfer wird

meine heilige Produktivität — wie ’ne Klinge aus Neon, wunderbar.

Wenn alle schuften, zerfallen, den Feiertag verbraucht und leer,

bleibt übrig: Werktagsstille — und die gehört mir mehr.

Ich kauf mir Urlaub ohne Menschen,

zum halben Preis der Masse — niemand da, der mich vermisst, niemand, der mich fasst.

Hinter der Kasse reicht mir mein früheres Ich ’ne Zwei-Euro-Münze rüber.

Auch er/sie: Energiespar-Seele,

innen Spiegelfolie — außen freundlich, drüber.

Was wird hier ausgebeutet — dieser Körper?

Oder die „glückliche Zeit“, die man mir verkauft wie Ware?

Ich nenn es nicht Moral — ich nenn es Überleben mit Stil.

Ich hacke mir die Ruhe frei. Und das ist mein Deal.

Kein Mitleid — nein.

Auf Opfer spielen? Hab ich lang genug geübt, ich bin es leid.

Lieber kalte Tasten als der Fieberkäfig „Familie“,

den man „Wärme“ nennt, bis du drinbleibst, bis du schweigst, bis du schreist.

Mein Hexenlächeln ist der Beweis: Ich hab mir Freiheit organisiert.

Nicht euer Kalender — meine Timeline. Nicht euer Fest — mein Raum.

Ich steh in euren Tagen nicht —

ich schwimm in meiner eigenen Timeline, wo nur mein Name regiert.

Neujahrsmorgen. Leerer Desk. Ich trink den kalten Kaffee langsam aus.

In meinen Magic-Mirror-Augen spiegelt sich

die Stadt im Standby — lautlos, grau, aus.

„Frohes Neues“ — ich schick euch euer Template zurück.

Und teil mir selbst das Beste zu:

Freiheit durch Abwesenheit — mein stilles, höchstes Glück.

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