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Gratzug

Gothic Metal, mystisch, symphonisch, düster,

Isambard·5:11

Lyrics

Der Gratzug, auch Totenzug genannt, ist eine volkstümliche Sage aus den Alpenregionen, insbesondere aus dem Wallis. Dabei handelt es sich um eine Prozession von Geisterwesen oder Seelen der Verstorbenen, die in bestimmten Nächten einen festgelegten Weg ziehen. Meist geschieht dies lautlos oder mit einem dumpfen Murmeln, Trommeln oder seltsamen Geräuschen. Die Geisterzüge erscheinen oft als weiße Gestalten oder Schatten und können Krankheiten oder Unheil bringen, wenn man ihnen zu nahekommt. Es wird empfohlen, aus ihrem Weg zu weichen, da sie dort keine Macht haben. Der Gratzug symbolisiert die enge Verbindung zwischen Volksglauben und den Vorstellungen von Leben und Tod.

***

Intro: Langsam, orchestrale, unheilvollen Cembalo

Strophe 1

Kalter Nebel kriecht den Fels hinauf, die Nacht ist klamm und rein,

Der Mond wirft fahles Silber auf den nackten, toten Stein.

Ein Pfad, von Zeit und Wind geformt, führt durch das schlafende Tal,

Doch eine Stille, schwer wie Blei, erstickt hier jede Wahl.

Ich spür' ein Grauen in der Luft, ein Echo ohne Ton,

Als wär' die Welt nur eine Hülle, ein verlass'ner Thron.

Strophe 2

Ein Murmeln hebt die Stille auf, kein Wind, der durch die Grate pfeift,

Ein Säuseln, das wie tausend Stimmen durch die Seele streift.

Es schwillt zu einem Marsch an, dumpf und ohne Takt und Ziel,

Ein unsichtbares Heer, das aus den Schattenfugen fiel.

Ein kalter Hauch streift mein Genick, die Luft erstarrt zu Eis,

Ich weiß, ich steh' am falschen Ort, zu einem hohen Preis.

Refrain: Kraftvoll, melodisch, Double-Bass-Drumming, orchestralem Chor

Siehst du den Gratzug? Ein endloser Strom!

Verlor'ne Seelen im ewigen Dom.

Tritt nicht auf ihren Weg, stell dich ob den Pfad,

Sonst reißt dich ihr Schatten in ihr kaltes Grab!

Der Gratzug zieht, ein stummer, dunkler Chor,

Und holt sich den, der seinen Schlaf verlor!

Strophe 3

Schemen ziehen an mir vorbei, gestaltlos, grau und leer,

Ein endlos langes Leichentuch, sie kennen keine Wiederkehr.

Ich seh' Gesichter, die ich kannte, doch ihr Blick ist starr und blind,

Verwoben in dem Geisterzug, vom Schicksal längst verwind't.

Sie tragen Kleider aus dem Nichts, ihr Schritt, er wiegt so schwer,

Ein jeder folgt dem dunklen Ruf, als ob's sein Wille wär'.

Bridge: Tempo verlangsamt, klare Gitarrenmelodie mit sanften Streichern, flehend

Wer in den Zug gerät, wird krank an Leib und Geist,

Ein Glied verkümmert, das vom Totenhauch vereist.

Ein Fieberfrost, der tief in deinen Knochen wohnt,

Hat dich der Fluch der "Winna" je belohnt?

Sie ziehen schweigend, wo kein Leben mehr gedeiht,

Gefangen in der Schleife der Vergangenheit.

Gitarrensolo: Episch, melodisch

Refrain: intensivu nd verzweifelt

Siehst du den Gratzug? Ein endloser Strom!

Verlor'ne Seelen im ewigen Dom.

Tritt nicht auf ihren Weg, stell dich ob den Pfad,

Sonst reißt dich ihr Schatten in ihr kaltes Grab!

Der Gratzug zieht, ein stummer, dunkler Chor,

Und holt sich den, der seinen Schlaf verlor!

Outro: Musik wird leiser. Ein letzter, schwerer Gitarrenakkord

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