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Zu lang unterwegs

Unknown

SCHNULZEN-SCHREIBER·4:18

Lyrics

Intro

Zu lange unterwegs gewesen.

Zu viele Gesichter,

zu viele Bahnhöfe,

zu viele Nächte, in denen kein Mensch geblieben ist.

Und irgendwann merkst du:

Nicht die Fremde macht dich müde —

sondern das ständige So-tun-als-ob.

Verse 1

Froh kommt der zurück,

der draußen etwas gefunden hat.

Ich komm zurück

mit nichts als Geschichten

und einem Herzen voller Kratzer.

Die Welt war groß,

aber nirgendwo weich.

Überall Lärm,

überall Menschen,

die sich anschauen

und trotzdem nicht sehen.

Und ich trag diese Müdigkeit

wie einen nassen Mantel auf den Schultern.

Pre-Chorus

Doch hier riecht selbst der Regen vertraut.

Die alten Wege kennen noch meine Schritte.

Der Fluß fließt langsam wie früher,

als die Zeit noch kein Gegner war.

Chorus

Vielleicht heilt Heimat nicht.

Vielleicht nimmt sie nur die Hand

auf deine Wunde

und sagt nichts.

Vielleicht bedeutet Ankommen nur,

für einen Augenblick

nicht kämpfen zu müssen.

Und vielleicht ist das schon genug.

Verse 2

Das Haus meiner Mutter steht noch da,

etwas stiller als damals.

Die Fenster kleiner,

die Menschen älter,

die Umarmungen vorsichtiger geworden.

Mein Bruder redet über Arbeit,

meine Schwester übers Wegziehen,

und zwischen allen Sätzen sitzt dieses Gefühl,

daß uns das Leben langsam auseinandergetragen hat.

Aber trotzdem —

wenn wir am Tisch sitzen,

das Brot herumreichen

und keiner etwas Besonderes sagt,

dann fühlt sich die Welt

für ein paar Minuten wieder heil an.

Interlude

Ich dachte immer,

Liebe wäre etwas Leichtes.

Etwas für Filme,

für Lieder,

für junge Leute mit offenen Fenstern im Sommer.

Aber Liebe ist oft einfach nur:

jemanden vermissen,

obwohl man gelernt hat ohne ihn zu leben.

Verse 3

Am Bach hinter den alten Gärten

steht noch die Bank aus morschem Holz.

Dort saß ich früher

und dachte, das Leben würde irgendwann beginnen.

Jetzt weiß ich:

Es hat die ganze Zeit stattgefunden.

Während wir warteten.

Während wir gingen.

Während wir jemanden verloren haben.

Bridge

Und manche Schmerzen

werden nicht kleiner.

Man lernt nur,

ruhiger mit ihnen zu sprechen.

Denn die Dinge,

die uns wirklich verändern,

tun selten leise weh.

Final Chorus

Vielleicht sind wir Menschen genau dafür gemacht:

zu hoffen,

zu scheitern,

zu lieben

und trotzdem weiterzugehen.

Mit halb verheilten Herzen.

Mit Erinnerungen wie Brandnarben.

Mit Sehnsucht in den Taschen.

Und irgendwo zwischen all dem

liegt sie noch —

die kleine, warme Ahnung von Zuhause.

Outro

Ich bin nicht als Sieger zurückgekommen.

Nur als jemand,

der endlich verstanden hat:

Daß Heimat kein Ort ist.

Sondern etwas,

das dich trotz allem noch erkennt.

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