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Gesprächsnarzissmus (Myrddin's Armee)

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Myrddin·5:26

Lyrics

(Intro – silky sweet, playful, music-box piano, soft reggae skank, distant laughter)
Komm, erzähl mir von dir,
ich hör dir so gern zu.
Sag mir, was du fühlst,
ich mach dann daraus: ich.
So ein schönes Gespräch,
fast wie Zucker auf Brot.
Du gibst mir dein Herz,
ich mach daraus Quote.

(Verse 1 – smooth half-sung rap, charming but poisonous, bass creeping in)
Du kommst mit Samt auf der Zunge, mit Honig im Blick,
fragst: „Wie geht es dir?“ — doch du meinst nur: „Bewunder mich.“
Du nickst wie ein Heiliger, so warm und so klug,
doch dein Nicken ist Takt für den nächsten Selbstbetrug.
Ich setz grad zum Satz an, du springst schon hinein,
machst aus meinem Schmerz eine Bühne für dein Sein.
„Kenn ich“, sagst du, bevor ich überhaupt fertig bin,
du bist nicht im Gespräch, du bist Hauptdarsteller drin.
Du streichelst erst Worte, dann frisst du den Raum,
erst Brot in der Hand, dann die Faust unterm Traum.

(Pre-Chorus – tension rising, brass whispers, heartbeat kick)
Und ich lächle noch höflich,
weil man Frieden gelernt.
Doch tief in mir drin
wird die Sicherung entfernt.
Du redest und redest,
bis die Luft sich verbiegt.
Jetzt kommt der Moment,
wo dein Spiegel zerbricht.

(Chorus – explosive, catchy, gang vocals, ska brass stabs)
Du hörst nicht zu,
du wartest nur auf dich.
Du fragst nach mir,
doch du meinst: „Sieh mich!“
Gesprächsnarzissmus,
süßer Mund, kaltes Haus.
Du gibst Zucker und Brot,
doch ich spuck’s wieder aus.
Du hörst nicht zu,
du sammelst nur Applaus.
Ich war Mensch in deinem Zimmer,
kam als Stichwort wieder raus.

(Verse 2 – sharper rap, biting, playful, darker groove)
Du bist die Art von „Freund“, die beim Trösten gewinnt,
die noch beim Beileid erklärt, wie besonders sie sind.
Du sagst: „Ich versteh dich“, doch was du wirklich verstehst:
wie man fremde Geschichten in die eigene Jacke näht.
Du bist Coach ohne Kunde, Prophet ohne Licht,
ein Orakel mit WLAN und kaputtem Gesicht.
Du hast immer ’ne Meinung, auch ohne Empfang,
Hauptsache der Satz trägt deinen Namen entlang.
Du kommst mit „nur ehrlich“, doch meinst meistens „gemein“,
wirfst Steine aus Schaumstoff und nennst es dann Stein.
Du bist kein Gespräch, du bist ein Kreisverkehr,
man fährt dreimal um dich und findet den Ausgang nicht mehr.

(Pre-Chorus – darker, crowd claps, tension snaps)
Ich hab dir die Tür aufgemacht,
du hast das Haus umbenannt.
Ich gab dir ein Stück meiner Wahrheit,
du hast dein Logo draufgebrannt.
Jetzt wird nicht gebettelt,
nicht erklärt, nicht gefleht.
Wer nur sich selber hören will,
merkt zu spät, wer dann geht.

(Chorus – bigger, angry singalong, brass and guitars)
Du hörst nicht zu,
du wartest nur auf dich.
Du fragst nach mir,
doch du meinst: „Sieh mich!“
Gesprächsnarzissmus,
süßer Mund, kaltes Haus.
Du gibst Zucker und Brot,
doch ich spuck’s wieder aus.
Du hörst nicht zu,
du sammelst nur Applaus.
Ich war Mensch in deinem Zimmer,
kam als Stichwort wieder raus.

(Post-Chorus – catchy crowd chant, playful venom)
La-la-la, red nur weiter,
deine Krone sitzt aus Papier.
La-la-la, immer breiter,
doch hier drin wird’s eng mit dir.
La-la-la, süße Lüge,
dein Theater ist vorbei.
La-la-la, letzte Frage:
Wer hört dir noch zu, wenn du allein bist?

(Bridge – stripped down, cold spoken word, deep sub bass)
Du bist nicht laut, weil du stark bist.
Du bist laut, weil Stille dich kennt.
Du weißt nicht, wie Nähe klingt,
weil du jedes Herz zum Spiegel verrenkst.
Du hast aus jedem Gespräch
einen kleinen Thron gebaut.
Doch ein Thron ist nur ein Stuhl,
auf dem niemand neben dir sitzt.

(Build-up – Myrddin voice, ritual drums, choir rising)
Ich wünsche dir fast Heilung.
Fast.
Aber nicht mehr auf meine Kosten.
Nicht mehr mit meiner Zeit.
Nicht mehr mit meinem Licht
für deinen Eitelkeitspalast.
Wer hören kann, bleibt.
Wer nur senden will, geht.
Und jetzt hör gut zu:
Das war mein letzter Satz für dich.

(Final Chorus – full Myrddin’s Armee fusion, massive crowd, ska brass, rock drums)
Du hörst nicht zu,
du wartest nur auf dich.
Du fragst nach mir,
doch du meinst: „Sieh mich!“
Gesprächsnarzissmus,
süßer Mund, kaltes Haus.
Du gabst Zucker und Brot,
doch ich spuck’s wieder aus.
Du hörst nicht zu,
du badest in Applaus.
Doch wenn keiner mehr klatscht,
sieht dein Königreich klein aus.
Du hörst nicht zu,
und das rettet mich zuletzt.
Wer immer nur sich selber hört,
hat sich selbst ans Ende gesetzt.

(Outro – dub echo, bitter smile, broken music-box)
Komm, erzähl mir von dir…
ach nein.
Das hast du ja schon.
Und schon.
Und schon.

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