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Nicht neu

warm tired female voice, melodic, melancholic but powerful cinematic indie-industrial track about memory, loss, resistance and inner battle. Emotional string melodies, deep cellos, dramatic brass, modern synths, dark ambient pads, subtle industrial hits, mechanical pulse and driving rhythm, restrained and powerful. Negative: no male vocals no chorus, no EDM drop, no happy upbeat mood.

Dorn·4:31

Lyrics

Strophe 1

Die Bahn lässt tief im Gleis ein schrilles Singen frei,

Reklame flirrt in Kälte, kühl und dünn,

wir kaufen Brot und Nähe nebenbei,

doch frühes Feuer bleibt in unserm Sinn.

Refrain

Wir sind nicht neu, nur anders angezogen,

im grellen Takt bleibt alter Hunger klar,

von Ziffern, Lohn und Rollen überzogen,

wird unser Anfang leise wieder wahr.

Strophe 2

Am Drehkreuz zögert einer vor Kontrolle,

der Ausweis hängt verdreht am dunklen Band,

das Prüf-gerät verlangt die klare Rolle,

doch was er in sich trägt, wird nicht erkannt.

Refrain

Wir sind nicht neu, nur anders angezogen,

im grellen Takt bleibt Widerwille klar,

von Ausweis, PIN und Rollen überzogen,

wird unser Anfang leise wieder wahr.

Strophe 3

Im Großraum kreisen Fristen durch Tabellen,

ein Rechner fordert Haltung, kühl und knapp,

doch zwischen Mails, Terminen, starren Fällen,

fällt kurz die fremde Hülle von uns ab.

Strophe 4

Nach Dienstschluss schweigt der Flur im bleichen Schein,

die Stirn bleibt schwer von höflich kalter Pflicht,

was eben fiel, soll nicht mehr bei uns sein,

denn unser Innerstes verhandelt nicht.

Refrain

Wir sind nicht neu, nur anders angezogen,

im grellen Takt bleibt roher Wille klar,

von Dienst, Verzicht und Rollen überzogen,

wird unser Anfang leise wieder wahr.

Strophe 5

Im Werbestrom erlernen wir Begehren,

ein Angebot verspricht, was keiner hält,

doch manche Blicke lassen uns gewähren,

dass mehr in uns besteht als Preis und Welt.

Strophe 6

Im blanken Schein wird jeder Wunsch gezählt,

wir lächeln höflich, wenn uns innen friert,

doch wer sich nicht zum kleinen Preis erwählt,

bewahrt, was keine Rechnung nummeriert.

Refrain

Wir sind nicht neu, nur anders angezogen,

im grellen Takt bleibt Würde wieder klar,

von Wunsch, Erwerb und Rollen überzogen,

wird unser Anfang leise wieder wahr.

Strophe 7

In grellen Profilen wächst geliehner Schein,

wir wirken leicht, doch selten wirklich frei,

wer dauernd strahlt, wird fremder und allein,

und merkt zu spät: Er ging an sich vorbei.

Strophe 8

Aus grellem Flimmern treten wir hervor,

kein fremder Blick bestimmt, wofür wir brennen,

wir tragen Unverkäufliches empor,

wenn wir einander ohne Zweck erkennen.

Strophe 9

Wir treten nicht in alte Bilder ein,

kein Früher spricht uns frei von alter Schwere,

wer durch die Rollen seinen Kern bewahrt, bleibt rein,

steht ohne Schmuck am Ursprung wahrer Ehre.

Refrain

Wir sind nicht neu, nur anders angezogen,

im grellen Takt steht unser Kern nun klar,

von Pflicht und Bild – von Rollen überzogen,

wird unser Anfang leise wieder wahr.

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