
Nicht System, sondern wir (Duettfassung)
shoegaze ballad, dream pop, Melodic Dubstep, Future Bass, Japanese Electronic Pop, Emotional EDM, Melancholic, Atmospheric, Male Rap, Piano, Heavy bass drops, Bilingual vocals, Progressive build, analog summing with Dangerous 2-Bus+

Nicht System, sondern wir (Duettfassung)
shoegaze ballad, dream pop, Melodic Dubstep, Future Bass, Japanese Electronic Pop, Emotional EDM, Melancholic, Atmospheric, Male Rap, Piano, Heavy bass drops, Bilingual vocals, Progressive build, analog summing with Dangerous 2-Bus+
Lyrics
Intro – Instrumental
…Wie lange ist es her, seit selbst der Morgenkaffee sich wie eine Dienstanweisung anfühlt?
Verse 1
Sieben Uhr – ich wache auf, bevor der Wecker klingelt.
Du drehst dich neben mir um; ich seh’s nur aus dem Augenwinkel.
Statt „Guten Morgen“ checken wir den Plan für heute.
Rücken an Rücken in der Küche: effizient, wortkarg beide.
Während der Kaffee läuft, scrollst du durch dein Handy;
mein Traum von letzter Nacht passt nicht in deine To-do-Liste.
Auf dem Weg zur S-Bahn gleichen wir die Schritte an,
als ginge es nur darum, die Sitzung pünktlich zu beginnen.
Pre-Chorus
Ich wollte doch nur deine Hand in meiner Hand;
seit wann stimmen wir uns nur noch über Kalender ab?
Chorus
Unsere Liebe ist zur Kolonie des Systems geworden,
beherrscht vom kalten Rahmen: Effizienz, Output, stille Normen.
Our lifeworld’s colonized, a love we can’t reclaim.
Sogar „Heute bin ich müde“ wirkt wie Leistungsbeurteilung.
Diese Enge Liebe zu nennen – das kann ich nicht mehr.
Verse 2
Selbst fürs Wochenende rechnen wir den ROI;
prüfen im Review, ob der Film sich lohnt – ja oder nein.
Reservierungen drei Wochen früher – alles optimiert;
doch keine Bank im Park, wo Schweigen uns berührt.
Nachts im Bett: wir beide an unseren Bildschirmen.
„Ich liebe dich“ – gelesen; auf Arbeitsmails antwortest du wie eine Maschine.
Das Jahrestagsgeschenk stammt aus dem Amazon-Bestellverlauf;
was ich wirklich will, bleibt dir verborgen.
RAP 1 – Mann
Yo, ich wach auf, Anzugpflicht im Kopf, kein „Guten Morgen, Schatz“.
Inbox hundertfünfzig ungelesen – keine Zeit mehr für uns zwei, ehrlich.
Sie redet, doch ich hör nur Zahlen: Quartalsberichte, Deadlines, Stress.
„Bist du noch da?“ fragt sie – Mann, ich weiß es selbst nicht, I guess.
Ich hätt’ sie gern umarmt, doch meine Arme wiegen schwer
von Meetings, PowerPoints und diesem Performance-Druck.
„Ein Mann muss liefern“ – das Mantra brennt wie Feuer.
Ich optimier mich tot, werd’ mein eigener Steuermann – aber steuer ich wohin?
Nachts lieg ich wach, will ihre Hand, doch ich checke nur Stocks.
Hab verlernt zu fühlen – mein Herz läuft auf ’nem Server in ’ner Box.
„Ich liebe dich“ – die Wörter stecken fest hinter Pflichtgefühl.
Wir sind zwei Roboter im selben Bett – das war nie mein Ziel.
Verse 3
Die Einkaufsliste am Kühlschrank – ein liebloser Vertrag.
Beim Wäschefalten plane ich schon den nächsten Effizienz-Schritt.
Fotos mit Lächeln; KPI ist die Zahl der Likes.
Unser Glück wird in Kurven, Scores und Metriken vermessen.
Im Spiegel mein Gesicht – irgendwann ein Service-Lächeln.
Ich quantifiziere deine Laune – Risikoprofil, Aktenstapel.
„Wie viele Punkte heute?“ – ich bewerte Zuneigung leise;
das System hat in mir Wurzeln geschlagen – tiefer als gedacht.
RAP 2 – Mann
Check mal: Ich bin der, der sie zur Maschine macht – real talk.
Jedes „Lass uns spontan sein“ plan’ ich drei Wochen vor – kein Smalltalk.
Ich hab aus Liebe ein Projekt gebaut, mit Meilensteinen und Phasen.
Sie weint im Bad, ich denk an Effizienz – was ist aus mir geworden in diesen Tagen?
Früher brachte ich Blumen ohne Grund,
jetzt brauch ich ’nen Google-Kalender-Ping für ’nen Kuss auf ihren Mund.
Ich seh mich im Spiegel: ein Typ mit totem Blick.
Das System hat nicht nur sie gefressen – ich werd’ selbst Stück für Stück.
Ich will schreien, doch die Kehle kennt nur Fachbegriffe;
will sie halten, doch meine Hände sind Tastaturen – diese Schieflage, diese Risse.
Schuld? Wir sind Täter und Opfer zugleich,
gefangen in ’nem Käfig, den wir selber bauen – golden und bleich.
Bridge
Gestern, nachdem du eingeschlafen warst,
saß ich im Wohnzimmer und weinte, fast ohne Geräusch.
Eine Mental-Health-App fragte:
„Bewerte deine Stimmung heute – Skala eins bis fünf.“
Ich wollte Tränenursachen taggen; da fuhr ich zusammen.
Wir sind beides: Betroffene und Mitverantwortliche – zwei einsame Flammen.
Wir haben das Lieben verlernt, Mitbewohner im Grau;
doch diesen Schmerz kann man nicht beziffern – roh und genau.
Vielleicht ist gerade dieser Widerspruch das Letzte, was uns menschlich macht –
ein Rest Unordnung, der unter allen Zahlen wacht.
Break – Instrumental
Chorus – Variation
Unser Frühstück ist zur Sitzung geworden, nüchtern arrangiert.
Der Gute-Nacht-Kuss – Routinearbeit, protokolliert.
This lifeworld’s colonized, but the pain still feels so real.
Wir schlafen im selben Bett und bleiben doch fremd,
tragen den Widerspruch – und spielen morgen weiter.
Final Verse
Auch heute stoppst du um sieben den Alarm.
Ich lass die Augen zu und tu so, als schliefe ich noch.
Der Duft des Kaffees holt frühere Morgen zurück –
wir, bevor „Effizienz“ uns benannte: System statt Glück.
RAP 3 – Mann / Outro
Doch heute Morgen, als der Kaffee lief, sah ich dich anders an –
nicht als Task, nicht als Termin: als die Frau, in die ich mich verliebte, verdammt.
Vielleicht können wir nicht zurück, doch können wir neu –
ohne Excel-Sheets für Gefühle, ohne Liebe auf Abruf: komm mit, sei treu.
Ich weiß nicht, wie man liebt, wenn man vergessen hat zu sein,
aber reichst du mir den Schirm im Regen, ist da was – klein, aber fein.
Vielleicht ist das der Start: nicht perfekt, nicht optimiert,
einfach zwei Menschen, die sich spüren – unquantifiziert.
Yeah, das System hat uns gefressen, aber wir atmen noch,
und solang wir atmen, Baby, gibt’s noch Hoffnung in diesem Loch.
Lass uns die Kalender löschen, nur für einen Tag,
und einfach da sein – keine Performance, kein Meeting, keine Frag.
Nur wir.
