
Es ist okay, dass ich da bin
shoegaze ballad, dream pop, Melodic Dubstep, Future Bass, Japanese Electronic Pop, Emotional EDM, Melancholic, Atmospheric, Piano, Heavy bass drops, Bilingual vocals, Progressive build, tight low-end (60–100 Hz), 300 Hz scoop, crisp highs (14–18 kHz)

Es ist okay, dass ich da bin
shoegaze ballad, dream pop, Melodic Dubstep, Future Bass, Japanese Electronic Pop, Emotional EDM, Melancholic, Atmospheric, Piano, Heavy bass drops, Bilingual vocals, Progressive build, tight low-end (60–100 Hz), 300 Hz scoop, crisp highs (14–18 kHz)
Lyrics
Warum bin ich eigentlich noch hier?
Nur diese Frage sitzt auf meiner Bettkante.
Keine Antwort, niemand sagt sie mir,
nur ein Streifen Licht fällt durch den Vorhang ins Zimmer.
Ich zähl’ zum x-ten Mal, wie überflüssig ich bin,
das Handy stumm, mit dem Display nach unten.
Vor dem Spiegel hauch’ ich einen Seufzer hin,
und „hässlich“ fängt an, zu mir zu gehören.
Aber an dem Tag, als jemand meine Hand hielt,
hat dieser Mensch ganz sicher meinen Namen gesagt.
Da gab es irgendwo auf dieser großen Welt
einen kleinen Platz, den nur ich ausfüllen konnte.
In einer Welt, die meinen Wert nach Nutzen misst,
ist „tut mir leid“ zu meiner Floskel geworden.
Doch was trotzdem einfach aus mir rausbricht,
ist eine Eigenart von mir, die niemand befohlen hat.
Ein Recht, hier zu sein, müsste ich
eigentlich nicht ständig neu beweisen.
Dass ich noch atme, reicht vielleicht
als stiller, dünner Vertrag mit dieser Welt.
Auch wenn ich nicht lache, nicht glänze,
auch wenn ich nachts kauernd andere beneide –
die einfache Tatsache, dass ich noch da bin,
ist wohl der stumme Beweis, dass ich noch sein darf.
Mit jedem Fehler hab ich mich ein Stück mehr gehasst,
die Tage, die misslangen,
hab ich wie Beweise für meine Wertlosigkeit aufgereiht
und mein eigenes Urteil über mich gesprochen.
Und doch hat vielleicht die eine zitternde Zeile,
die ich damals irgendwo hingeschrieben hab,
irgendwo irgendjemanden leise aufgefangen.
Vielleicht haben die unsichtbaren Tränen, die ich geweint hab,
die Einsamkeit von jemandem ein kleines bisschen leichter gemacht.
„Alles nur Einbildung“ – das sag ich als erste,
und wieder bin ich die, die alles kleinredet.
Aber gerade diese Tiefe meines Schmerzes
möcht ich als seltene Kraft sehen, andere Wunden zu fühlen.
Mein Grund, hier zu bleiben,
ist nicht, jede Erwartung perfekt zu erfüllen.
Vielleicht ist es Antwort genug,
dass dieses vernarbte, schwankende Herz
immer noch fühlt, statt einfach stumm zu werden.
Man darf mich auslachen, ich muss nicht mithalten,
ich darf aus diesem Vergleichsrennen aussteigen.
Und selbst wenn ich „ich kann nicht mehr“ nur vor mich hin flüstere,
dann umarmt mich die schlichte Tatsache,
dass ich diesen Tag trotzdem überlebt hab –
ganz leise, irgendwo in dieser Welt.
Wenn der „Wert“, von dem die Welt spricht,
sich nur aus Besitz und Titeln zusammensetzt –
wohin sollen all die unsichtbaren Dinge,
die ich mit beiden Armen festgehalten habe?
Irgendwo in meiner Vergangenheit, irgendwo in der Zukunft
atmet vielleicht jemand still weiter,
der mich mag, obwohl ich nur stolpernd lieben kann.
Jedes Mal, wenn ich sage: „Es tut mir leid, dass ich existiere“,
hab ich in Wahrheit das Gegenteil
tief in meinem Hals hinuntergeschluckt:
„Bleib bitte am Leben“ –
genau das wollte ich doch selbst einmal hören.
Bumm – bumm – bumm…
Mit jedem einzelnen Schlag
nimmt diese Welt
meine Existenz vielleicht noch einmal an.
Ich brauch nicht tausend Gründe,
um mir zu erlauben, hier zu sein.
Dass ich mit meinem unfertigen Herzen
auch heute wieder mit der Welt zusammengestoßen bin,
könnte eigentlich schon genug sein.
Selbst wenn ich nie die Maßstäbe von irgendwem erreiche,
selbst wenn Jugend und Schönheit nie zurückkehren –
dass ich den Schmerz noch als Schmerz spüre,
ist der Beweis, dass ich meine Sanftheit nicht verloren hab.
Mit dieser Zärtlichkeit im Gepäck
bleib ich trotzdem noch hier.
Und eines Tages will ich glauben können,
dass genau das mein Recht ist, am Leben zu sein.
Ob ich morgen weitermache oder nicht,
muss die Version von mir heute nicht entscheiden.
„Nur noch einen Atemzug, fürs Erste“ –
aus diesen kleinen, aneinandergereihten Entscheidungen
wird einmal mein langes Lebens-Gedicht.
Vielleicht hat diese Welt
mich längst schon akzeptiert, so wie ich bin,
noch bevor mich irgendwer „gebraucht“ hat.
Ich muss das heute nicht glauben können.
Ich darf ungläubig bleiben
und mir einfach nur noch einmal Luft holen.
Und bei jedem Atemzug flüstere ich
ganz leise zu mir selbst:
„Es ist okay. Es ist okay, dass ich da bin.“
