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Zwischen Glas und Grenze

pop, uplifting, melancholy, j-pop, heartfelt, synth-driven, ‑overlapping piano/guitar, Progressive build, tight low-end (60–100 Hz), 300 Hz scoop, crisp highs (14–18 kHz)

imaesan K·4:51

Lyrics

Im warmen Dämmerlicht der Lounge,

nur Eis im Glas – ein leises Knacken.

„…Kati?“ – über den Tresen,

ein Name aus den alten Tagen.

Ich dreh mich um – und da stehst du,

so anders, so erwachsen, so klar.

Die kleinen Zöpfe von früher: weg,

dein Parfum sagt: „Ich bin jetzt da.“

Meine Hand am Glas wird plötzlich schwer,

ein Zittern, das ich kaum versteck.

Und diese alte Stimme in mir

zieht meine Maske aus dem Spiegel zurück.

Dein Blick hat immer noch das Licht von damals,

als du im Café am Alex gelacht hast – frei.

Und ich trag meinen Körper wie einen Fluch,

weil „Frau sein“ für mich so oft nicht reicht, nicht reicht.

Ich war schon längst mehr ich als früher –

und doch begann genau dort mein Streit:

Zwischen Rolle, Wunsch und Wirklichkeit,

zwischen Nähe – und dem, was man mir verzeiht.

Wär’n wir fast Familie geworden – sag, war’s so nah?

Ich wollte Mutter sein, auch wenn in mir etwas zerbrach – so nah.

Doch da stand eine Wand, die ich nie überwand,

neben deinem Vater blieb ich stumm, blieb ich fern – am Rand.

Ich liebte dich – und blieb doch wie aus Glas:

eine unsichtbare Grenze, kalt und klar – zwischen uns war das.

Drei Menschen, ein Wochenende, ein stiller Nachmittag,

und ein kleiner 3DS war unser Fenster ohne Frag.

„Komm, lass uns jagen“, sagte ich zu dir –

und für ein paar Stunden war ich nur bei dir.

Da konnte ich vergessen: die Angst, nicht „genug“ zu sein,

die Käfige aus Rollen, die niemand sieht, doch meinen.

Im Spiel durfte ich dich beschützen,

durfte Ritter sein – ohne zu stürzen.

Doch wenn die Fingerspitzen deines Vaters mich streiften,

wurde meine Haut zu Eis, als ob Schichten sich lösten.

Ich wollte lieben – und nicht gehalten werden.

Dieser Widerspruch hat mich langsam geröstet.

Also rannten wir nur über digitale Wiesen,

wo niemand fragte, was ich bin – und was wir verlieren.

„Ich kann jetzt auch ohne dich jagen“, sagtest du klein,

ein tapferer Satz – und schon warst du hinter der Tür allein.

Zärtlichkeit und Schuld liefen mir über den Rand,

und ich stand wie festgenagelt vorm Sofa, im eigenen Sand.

Darf Liebe, die nicht im Körper landen kann,

trotzdem Liebe sein – oder fängt dort schon Strafe an?

In Nächten, wo ich „Es tut mir leid“ in die Lippen biss,

gab ich das Muttersein nicht auf – ich verlor nur, wer ich für dich war: du mich.

Ich hab „deine Kati“ begraben in dir, aus Angst und aus Scham,

wollte Liebe in ein Gefäß, das schon rissig war – und doch blieb ich dran, bis sie kam.

Und wie es kommen musste: Ich ließ dich zurück,

deine Tränen von damals – sie kleben an mir wie ein stummer Blick, Stück für Stück.

„Die neue Mama ist so lieb“, sagst du – ganz ruhig, ganz klar,

mit diesem Lächeln, das schon erwachsen geworden war.

Vielleicht warst du nicht die Einzige, die gerettet ging –

vielleicht war ich’s, die endlich loslassen lern’.

In der Familie, die ich dir nicht geben konnte,

blühst du jetzt auf – und ich seh dich, ohne Neid.

Dass du glücklich bist, trotz allem, was war,

ist mein einziges Zeichen in dunkler Zeit.

Das matte Licht der Lounge zeichnet dein Gesicht.

Du bist wirklich wunderschön geworden – ich sag es nur nicht.

Die Abenteuer im kleinen Bildschirm: ein fernes, flimmerndes Bild.

Bleib glücklich, meine Liebste, meine alte Mitstreiterin – still.

„Mach’s gut.“

Ohne Stimme leg ich Segen in die Zeit.

Auf unser Wiedersehen nach zwölf Jahren:

ein leiser Toast – und ein stilles Geleit.

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