
Eisernes Kleid, schweigender Gott
Dreamy Italo House, Melodic Piano Lines, 4/4 Kick, Airy Pads & Disco Strings, 120 BPM, math rock, Epic Melodic Dubstep, Emotional, Cinematic, Atmospheric, J-Pop, Wide Strings & Pads, DE/EN Bilingual, Classic House Bass, 118–124 BPM

Eisernes Kleid, schweigender Gott
Dreamy Italo House, Melodic Piano Lines, 4/4 Kick, Airy Pads & Disco Strings, 120 BPM, math rock, Epic Melodic Dubstep, Emotional, Cinematic, Atmospheric, J-Pop, Wide Strings & Pads, DE/EN Bilingual, Classic House Bass, 118–124 BPM
Lyrics
Im Spiegel steht jemand – ich kenn sie nicht mehr.
(Who is this girl?)
Der Lippenstift auf meinen Lippen – und die Hand zittert schwer.
Wenn ich die Rolle richtig spiel, werd ich geliebt, so glaubte ich sehr.
Teenager-Nachmittage, der Gong im Abendgrau,
„Ich mag dich“, flüsterte ich – so klein, so viel zu genau.
Was zurückkam, war wie Kies, der mir die Haut zerkratzt:
„Eklig.“ „Nicht normal.“ – ein Stempel, der nicht mehr verblasst.
„Das geht vorbei, wenn du erwachsen bist.“
Die Lüge schluckt’ ich wie Medizin, damit sie mich nicht frisst.
Ich sperrte mich in eine Kiste, fest verriegelt, fest verschlossen,
damit niemand hört, was in mir schreit – und was ich wirklich bin, da draußen.
Es begann als „Heilung“, die sich wie Glück verkleidet –
neben ihm, geschniegelt, in Schuhen, die man „normal“ nennt, die man beneidet.
Ich trug ein weißes Kleid, bei dem die Eltern weinen vor Glück –
doch es saß wie eine Zwangsjacke: schön – und ohne Rückweg, Stück für Stück.
Wem gehört mein Körper – sag?
Ich wollte glauben, es sei ein Geschenk, ein guter Tag.
Doch die echte Stimme in mir hab ich erstickt, ihr Licht verlegt,
auf einem Opferaltar aus Laken – dem Bett, das mich bewegt.
Hey, sag mir: Muss man das erklären?
Ist dieses Ziehen in mir Strafe, weil ich Regeln störe, weil ich begehre?
Oder ist es nur ein Gebet –
eins, das im Hals stecken bleibt und trotzdem weitergeht?
Ein steriler Raum, das Metall so kalt, es schneidet durch den Blick,
in der Kinderwunschklinik wart ich auf ein „Glückwunsch“ – Schritt für Schritt.
In meinem Arm die kleinen Stiche, blau und still wie dünnes Eis,
mein Konto wird zu Staub, und in mir drin wird alles Wüste, heiß.
„Du erfüllst deine Pflicht nicht.“ – die Stimme meiner Schwiegermutter, scharf,
sie hämmert mir ins Ohr, als wär sie Gesetz, als wär sie’s wert, als wär sie brav.
Ich dachte: Mit Respekt kann man das tragen, kann man’s ertragen,
doch die Betäubung war längst weg – und alles tut wieder weh, ohne Fragen.
Sein Rücken roch nach Verrat, als hätte er ihn angezogen.
Und ich hab keinen Grund mehr, ihn zu schützen – nicht mehr, nicht mehr, nicht gelogen.
Im Flur vom Amtsgericht – der Scheidungsantrag auf dem Tisch,
die Stiftspitze sticht ins Papier: ein Schnitt, ein Blitz.
Das war der Moment, in dem ich als ich selbst wieder atmen lernte – hart und klar,
nicht als Rolle, nicht als Pflicht, sondern als ich – endlich wahr!
Wem gehört mein Körper – sag?
Kein Geschenk – vielleicht ein Fluch, den ich abstreifen mag.
Die Verzweiflung, nicht zu können, und der Durst, es doch zu wollen,
mischen sich zu schwarzem Brei, der durch die Rippen drängt, in Wellen.
Tell me, tell me
den Grund für dieses namenlose Sein.
Bin ich „Sünderin gegen die Natur“ – soll das die Antwort sein?
Ich will doch nur hier sein dürfen,
ich will doch nur ich sein – ohne mich zu entwerfen, zu würgen.
Wenn ich den Rahmen der Biologie
und die Farbe, die die Gesellschaft verlangt, abstreife – Schicht um Schicht:
Was bleibt dann übrig von mir?
( I am here... just as I am.)
Kommt irgendwann der Tag,
an dem ich diesem Schmerz einen sanften Namen geben mag?
