
Florale Rituale
Dreamy Italo House, Melodic Piano Lines, 4/4 Kick, Airy Pads & Disco Strings, 120 BPM, math rock, Epic Melodic Dubstep, Emotional, Cinematic, Atmospheric, J-Pop, Wide Strings & Pads, Classic House Bass, 118–124 BPM

Florale Rituale
Dreamy Italo House, Melodic Piano Lines, 4/4 Kick, Airy Pads & Disco Strings, 120 BPM, math rock, Epic Melodic Dubstep, Emotional, Cinematic, Atmospheric, J-Pop, Wide Strings & Pads, Classic House Bass, 118–124 BPM
Lyrics
Intro - Lo-fi recording, sounds of a refrigerator, rustling plastic
Drei Uhr nachts – das Gemüsefach im Kühlschrank.
Eine welke Nelke,
neben dem Salat, fast schon am Faulen.
Verse 1
Weiße Chrysanthemen, hingestellt für Mama,
bei der stillen Trauer nach dem Abschied, ganz nah.
„Kann man sogar essen“, sagt meine Tante dabei –
doch ich ess sie nicht aus Hunger, sondern aus Schrei.
Denn was ich wirklich schlucken will, ist ein Brief ohne Ziel,
ein Wort an die Toten, zu schwer für mein Profil.
Selfie-Freundinnen, ’ne Rose zwischen den Zähnen,
„Mir stehen Blumen“ – als wär’s ein Beweis für ihr Leben.
Ich beiße, außerhalb des Displays, Gerbera klein.
Blumensprache? Menschliche Fantasie – soll so sein.
Doch in meinem Mund wird’s echt, wird’s kalt, wird’s hart:
Schönes wird zu Faser. Das ist meine Art.
Pre-Chorus
An der Grenze zwischen Kaufen und Schlucken
verlier ich mich heute wieder ein Stück.
Blumen für Instagram,
Blumen für den Magen – wo ist da der Unterschied?
Chorus
I eat flowers like devouring failed relationships
Als würd ich gescheiterte Beziehungen verschlingen.
Each petal tastes like yesterday's lies
Jedes Blatt schmeckt nach den Lügen von gestern.
Metabolize beauty into shit
Ich mach aus Schönheit Dreck – und nenn es Verdauen.
Vielleicht ist das Leben genau so.
Verse 2
Nach der Kinderwunschklinik kauf ich Sonnenblumen.
„Für Ihr Kind?“ fragt die Verkäuferin – zu schnell, zu krumm.
In der Nacht ess ich alles, bis auf den letzten Kern,
als wär das der Platz, wo ein Kind sonst wär.
Auf meinem Schreibtisch: eine Zimmerpflanze im Topf,
keiner gießt sie – also ess ich sie, als Trotz, als Stoff.
Blätter wie Plastik, hart, ohne Saft –
vielleicht geht das Fake sogar leichter durch die Kraft.
Bridge
Foucault sprach von Gefängnissen und Blicken –
vielleicht ist auch mein Körper so ein Bau.
Was hineingeht, muss irgendwann hinaus,
Schönes wird umgewandelt, Hässliches daraus.
Und selbst der Abfall wird Dünger – sagt man.
Kreislauf aus Fäulnis und Neubeginn.
Ich bin ein kleines Ökosystem:
kaputt – und doch funktionier ich.
Final Chorus
I eat flowers like performing a ritual
Wie ein Ritual – ganz ruhig, ganz stur.
This is how I mourn, this is how I heal
So trau’r ich. So heil ich mich.
Not metaphor, but literal
Keine Metapher – wörtlich gemeint.
Blumen essen, und die Welt wird klein gekaut.
Outro
Morgen ess ich die Blumen, die du mir gabst,
bis zum letzten Blatt.
„Danke“ und „Leb wohl“ –
alles stopf ich mir in den Bauch, statt es dir zu lassen.
Das ist meine Art zu lieben:
das Schöne schön zu halten,
während ich es langsam zerstöre.
