
Tannengrün
Electronic, Dark Wave, Spoken Word, Avantgarde, [all spoken female voice], german, 1983

Tannengrün
Electronic, Dark Wave, Spoken Word, Avantgarde, [all spoken female voice], german, 1983
Lyrics
Strophe 1
Der Baum steht still im fahlen Licht,
die Kugeln spiegeln kein Gesicht.
Der Duft von Wachs liegt schwer im Raum,
wie ein vergessener, kranker Traum.
Draußen fällt der Schnee so leise,
als übe er für die letzte Reise.
Kein Lachen dringt durch diese Wand,
nur Uhrenticken, unerkannt.
Refrain – kalt, getragen
Es ist Weihnachtsabend.
Und niemand kommt zurück.
Die Kerzen brennen langsam
für ein verlorenes Glück.
Strophe 2
Geschenke liegen ungeöffnet da,
sie wissen längst, für wen sie war’n.
Der Tisch gedeckt, doch keiner sitzt,
der Platz bleibt leer, das Licht erlischt.
Ein Lied erklingt aus weiter Zeit,
verzerrt von Staub und Einsamkeit.
Die Stimmen klingen fremd und alt,
wie aus einem Grab aus Kindergestalt.
Refrain – intensiver
Es ist Weihnachtsabend.
Die Stille hat Gewicht.
Man feiert, weil man muss,
doch glauben kann man nicht.
Bridge – gesprochen, leise
Man sagt, dies sei die Nacht der Liebe.
Doch Liebe kennt hier keinen Platz.
Nur Erinnerungen
stehen frierend
im Kerzenkranz.
Strophe 3
Der Stern am Fenster flackert matt,
als hätte er genug gehabt.
Kein Engel wacht, kein Wunder naht,
nur Schatten, die man eingeladen hat.
Die Nacht zieht langsam ihre Kreise,
durch jeden Raum, durch jede Weise.
Und irgendwo im Tannengrün
liegt etwas, das wir Hoffnung nennen…
und vergessen haben zu nähren.
Letzter Refrain – langsam, schwer
Es ist Weihnachtsabend.
Und alles ist bereit.
Doch nichts davon erlöst uns
von dieser Einsamkeit.
Outro
Die Kerzen brennen nieder.
Der Schnee fällt weiter.
Es ist Weihnachtsabend.
Und das reicht.
